Meine Tipps um besser in einen Rollenspiel Charakter zu finden

Kennt ihr das? Ihr habt euch einen neuen Charakter ausgedacht, aber irgendwie kommt ihr nicht so richtig in die Rolle rein? Bei mir klappt das In-die-Rolle-schlüpfen mal besser und mal schlechter.

Ich habe mir mal überlegt, woran das liegt und welche Dinge mir helfen, dass aus einem Charakter mehr wird als ein paar Werte auf dem Papier.

Diese Tipps sind zwar fürs LARP gedacht, einige funktionieren aber auch gut für Pen&Paper.

Vermeide Out-Time Gespräche

Klar, manchmal gibt es OT Dinge, die während des Spiels geklärt werden müssen, aber dann bitte fix und eher unauffällig. Es gibt nichts was mich mehr aus meiner Rolle reißt als OT-Blasen.

Lass dich von deiner Gruppe anstecken

Wenn vorhanden, hilft es mit einer Gruppe zusammen zuspielen. Wenn erst mal einer anfängt und den Ton vorgibt, kommt man selbst viel besser in seine Rolle. Besonders wenn man schon ein eingespieltes Team ist und die Beziehungen untereinander klar sind.

Erfinde Hintergrundgeschichte und Motivationen für deinen Charakter

Ein Steckbrief an einem Zaun

Um einen Charakter besser spielen zu können ist es sehr hilfreich sich bei der Hintergrundgeschichte etwas anzustrengen (Zum Brainstorming kann auch mein Hintergrundgeschichten-Generator helfen).
Versuche einige dieser Fragen aus der Perspektive deines Charakters zu beantworten:

Was habe ich schon erlebt? Wie war meine Kindheit? Wie sieht meine Familie aus? Was kann ich gut? Was sind meine Schwächen? Wovor habe ich Angst? Und warum? Was hast du für Ziele und wie weit bist du bereit dafür zu gehen?

Das wird dir helfen, zu wissen wie du dich verhalten sollst. Wenn du dir das nicht vorher überlegst, wirst du vermutlich in deine eigenen gewöhnlichen Verhaltensweisen zurückfallen. Zumindest ist das bei mir so. Und dann bin ich eben nicht die Rolle, sondern nur Julia in Verkleidung.

Wenn ich zum Beispiel eine Diebin spiele und mir dazu keine Motivation ausdenke, dann wird es mir schwer fallen, im Spiel Leute zu bestehlen, weil das meinem normalen Verhalten widerspricht. Wenn ich mir nun aber überlege, dass meine Diebin hoch verschuldet ist und ständig auf der Flucht vor Geldeintreibern ist, kann ich das ganze vermutlich viel besser umsetzen.

Erstelle eine Playlist für deinen Charakter!

Ist dein Charakter eher still und ruhig oder eher laut und aufbrausend? Was beschäftigt ihn oder sie? Suche die ein paar Lieder, die zu deinem Charakter passen und die dir helfen können dich in die richtige Stimmung zu bringen. Dabei müssen die Lieder meiner Meinung auch nicht unbedingt in das Setting des Spiels passen.

Hier zwei Beispiele:

Als ich vor ein paar Jahren mit ein paar Freundinnen eine Gruppe Amazonen gespielt habe, hatte ich zur Einstimmung ein YouTube Video gefunden, wo jemand auf „Sisters of Avalon“ von Cyndi Lauper einige Szenen aus Xena zusammen geschnitten hatte. Das hat sehr gut für mich funktioniert. Ich bin sonst eher schüchtern, aber auf dem Spiel war ich bereit unsere Amazonen Königin mit allen Mittel zu verteidigen.

Dann habe ich im Pen&Paper einen weiblichen Sarenrae Nonne (nicht im christlichen sinne, sondern die weibliche Form eines asiatischen Mönchs mit Kampfkünsten). Serenrae ist die Göttin des Sonnenaufgangs, daher habe ich für sie eine Playlist mit Peer Gynts Morgenstimmung und einigen asiatisch anmutenden Stücken erstellt.

Denke dir ein typisches Merkmal für deinen Charakter aus

Vielleicht trägt dein Charakter immer ein bestimmtes Kleidungsstück, hat einen Akzent oder einen bestimmten Spruch den er häufig benutzt. Oder eine bestimmte Angewohnheit oder einen Tick. So etwas kann auch helfen wieder in eine Rolle hinein zu finden. Und für deinen Mitspieler ist es ebenfalls hilfreich um deinen Charakter wieder zu erkennen, sollten sie ihn schon mal getroffen haben.

Und nach dem Blöder Hut Credo eigenen sich Kopfbedeckungen ganz besonders als Gegenstände um daran einen Charakter zu erkennen.

Wenn man einen Charakter öfters mal spielt, aber es zwischendurch längere Pausen gibt, kann es auch helfen sich zu notieren, was der Charakter auf den bisherigen Spielen erlebt hat. Sei es als OT Notizen oder als eine Art Tagebuch im Spiel. Ich muss allerdings gestehen, dass ich das meist nur rudimentär tue.

So, jetzt ihr: Was sind eure Methoden im in eine Rolle zu finden? Ich bin gespannt!

6 Gedanken zu „Meine Tipps um besser in einen Rollenspiel Charakter zu finden

  • 21. Februar 2017 um 08:10
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    Eine schöne Liste! Mir hilft es am meisten, mir ein Vorbild für den Charakter zu suchen und zwar aus einem Film oder einer Serie, damit ich Gestik, Mimik und Sprechweise sehe (Buchcharaktere finde ich weniger geeignet). Muss keine Fantasyserie sein; es geht um die Persönlichkeit.

    Auch toll, aber weniger einfach ranzukommen: Forenrollenspiel. Alternativ kann man Kurzgeschichten schreiben, muss dann aber auf den Vorteil verzichten, die Interaktion mit anderen zu üben (deren Handlungen einen nunmal mehr überraschen als das, was man sich selbst so ausdenkt ;)).

    Beides hat den Sinn, das Verhalten des Charakters in verschiedenen Situationen zu erforschen, und ich merke deutlich, dass ich mit dem Charakter, bei dem ich das nicht gemacht habe, etwas Anlaufschwierigkeiten habe …

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  • 21. Februar 2017 um 23:07
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    Ich muss sagen, ich habe da nie drüber nachgedacht. Aber die Charas in die ich am leichtesten rein komme, erfüllen tatsächlich alle Punkte. Sie haben klare Ziele, sie haben einen RIESIGEN Hintergrund und alle haben eine Playliste, die mich direkt in den Charakter verfallen lässt.

    Im Moment bin ich auch am unglücklichsten mit meinem neuesten Charakter, den habe ich zwar schon bestimmt auf 3 oder 4 Cons gespielt aber er hat immer noch keinen gründlichen Hintergrund und noch kein wirkliches Ziel. Das stört mich sehr, aber mir fällt gerade auch nicht wirklich ein gutes Ziel ein.

    Wie findest du Ziele für deine Charas?

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    • 1. März 2017 um 13:47
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      Wie ich Ziele finde, ist eine sehr gute Frage… Das haben bisher auch nicht alle meine Charaktere.. Ich denke mal darüber nach, vielleicht mache ich einen eigenen Beitrag dazu.

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  • 22. Februar 2017 um 20:17
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    Mir hilft… Action und Horror. Je mehr Action und je mehr Angst zu Beginn eines Larps, desto schneller habe ich den Alltag hinter mir gelassen und stecke in der Rolle. Dafür braucht man natürlich eine gut ausgearbeitete Rolle mit Stärken und Schwächen, mit Ecken und Kanten. Wenn ich Kleidung für einen Charakter nähe/bastel, dann mache ich mir immer Gedanken über die Rolle selbst. Und da ich einen Charakter immer erst dann spiele, wenn ich eine ordentliche Ausrüstung habe, habe ich viel Zeit zum nachdenken :)

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