Tschüss Ghost! (oder: Warum mir WordPress lieber ist)

Im August letzten Jahres hatte ich eine Schreibblockade, was das Bloggen angingt. Ein Problem, war mein Perfektionismus. Ich hatte einfach zu viele Tipps gelesen, darüber wie man bloggen sollte, das ich am Ende gar nicht mehr schreiben mochte. Um das irgendwie zu beheben, habe ich etwas neues ausprobiert: Ich habe mir einen zweiten Blog angelegt. Mit einem neuen Blogsystem names Ghost und mein Plan war es, den Blog als eine Art Spielwiese zu benutzen.

Was ist nun daraus geworden? Ich habe exakt einen Beitrag dort geschrieben. Ups. Seid dem staubt dieser Zweit-Blog dort drüben vor sich hin. Und das SSL-Zertifikat ist auch abgelaufen, weshalb man eine Sicherheits-Warnung bekommt wenn man aktuell versucht dorthin zu surfen.

Aktuell muss ich 5$ pro Monat dafür bezahlen muss, damit das Ding überhaupt online bleibt. Und das ist es mir gerade nicht mehr Wert. Ich werde den Zweit-Blog also demnächst wieder abschalten.

Vorher möchte ich euch aber noch kurz davon berichten, warum ich Ghost ausprobieren wollte und warum ich es dann doch nicht so toll fand.

WordPress gibt es schon seid 2003 und ist eines der am weitesten verbreiteten Content Management Systeme überhaupt (laut dieser Quelle für etwa 29% aller Webseiten). Es wir inzwischen nicht mehr nur für Blogs sondern für Webseiten aller Art verwendet. Dadurch gibt es mittlerweile unzählige Erweiterungen (Plugins) und Designs (Themes) dafür. Ghost wurde ursprünglich über Kickstarter finanziert und warb damit eine leichtgewichtigere Alternative zu WordPress zu werden.

Design

Ein Grund, der für Ghost gesprochen hat, war für mich, dass das Design der Oberfläche über die ich neue Beiträge schreibe einfach mal so viel übersichtlicher, minimalistischer und schöner ist. Hier vergleicht selbst:

Screenshot WordPress Editor (eher unübersichtliches UI, viele Elemente und Icons)
So sieht es aus wenn ich einen neuen Artikel in WordPress schreibe…
Screenshot Ghost Editor (sehr aufgeräumtes UI)
… und so in Ghost. Schon schöner, oder?

Plugins

Da es WordPress schon so lange gibt, kann man sich aus einer großen Liste an Plugins bedienen. Ghost hingegen ist noch relativ neu und es gibt nicht so viele Plugins dafür bisher. Eigentlich könnte ich mit den grundlegenden Funktionen von Ghost auskommen, wenn da nicht folgendes wäre:

Kommentare

Ein gravierender Nachteil von Ghost, ist meiner Meinung nach, das es von Haus aus keine Kommentar-Funktion gibt. Es ist auch nicht geplant dies hinzuzufügen. Dies wird von den Herstellern von Ghost damit begründet, dass man ja ein externes Tool für Kommentare einbinden könnte wie zum Beispiel Disqus. So etwas kommt aber für mich gar nicht in Frage. Ich möchte nicht, dass sich meine LeserInnen erst bei einem Drittanbieter anmelden müssen, damit sie mir Kommentare schreiben können. Außerdem müsste ich Disqus entweder bezahlen oder Werbung hinnehmen. Es gibt zwar auch das ein oder andere Open Source Kommentar System, was man sicher irgendwie damit zum laufen bringen könnte, aber das ist mir ehrlich gesagt zu aufwendig.
Pingbacks gibt es übrigens auch nicht (Pingbacks sind eine Art Rückmeldung, die man bekommen kann, wenn ein Artikel von einem anderen Blog verlinkt wird)

Technologie

Jetzt noch was für die Nerds unter uns: Während WordPress auf PHP und MySql basiert, funktioniert Ghost mit node.js, also JavaScript. Die Templates werden mit Handlebars erstellt. Ich persönlich finde, dass sich die Themes mit Handlebars schöner bearbeiten und anpassen lassen als wen man Templates hat, die auf PHP basieren (aber auch das ist Geschmackssache).
Ein Nachteil ist jedoch, dass es das Hosting komplizierter macht. Es fand es relativ einfach einen Webspace zu finden, auf dem ich mein WordPress selbst hosten kann (Ich zahle dafür aktuell etwa 3€/Monat). Einen Ghost Blog kann man zum Beispiel direkt von den Ghost Herstellern hosten lassen. Da kostet allerdings das günstigste Angebot 19$/Monat was mir für meine “Nur mal so zum Spaß”-Zwecke zu viel war. Ich habe meinen Ghost Blog auf Webspace von Digital Ocean laufen und zahle wie gesagt 5$/Monat.

Mein Fazit

Hier noch mal übersichtlich als Tabelle:

WordPressGhost
Basiert aufPHP & MySqlNode.js
Kommentaregrundlegende Funktionmüssen extra eingebunden werden
Designwird schnell unübersichtlichübersichtlich und minimalistisch
Pluginsunzähligebisher eher wenige

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ich finde Ghost nicht unbedingt schlecht, ich mag zum Beispiel das Design sehr gerne. Ich bleibe aber dennoch bei WordPress, da ich zum Beispiel auf Kommentare nicht verzichten möchte. Es ist mir das Geld nicht wert den Ghost-Blog weiterhin als (inaktiven) Spielplatz zu erhalten. Daher werde ich die andere Seite demnächst deaktivieren.

4 Antworten auf “Tschüss Ghost! (oder: Warum mir WordPress lieber ist)

  1. ich habe auch so ein paar “Leichen” im Web rumschwirren.
    Fakt ist, man kann sich eigentlich nur auf ein Projekt richtig konzentrieren. Alles auf Rang 2 und 3 muss sich unterordnen und fällt “hintenrunter”.
    Ich verstehe Dich nur zu gut. ;)

  2. Ich habe Ghost auch ausprobiert und sogar einige Zeit damit gebloggt. Ich bin inzwischen aber wieder bei wordpress, im Prinzip aus genau den Gründen, die du genannt hast.

    Am meisten hat mich die Kommentarsache genervt. Ich mag disqus auch überhaupt nicht und habe ich einfach geweigert, das zu benutzen. Ich habe hashover benutzt, was aber bestimmt 1/4 der Kommentare einfach gefressen hat.

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