Was heißt eigentlich Netzneutralität?

Hiermit möchte ich eine neue Rubrik im Blog hinzufügen: Ich nenne sie Netz-Gedanken und hier soll es um Gedanken zum Thema Internet und Technologie gehen. Heute starte ich mit dem Begriff: Netzneutralität

Foto von Christopher Burns via Unsplash

Netzneutralität - Was deutet das eigentlich? Irgendwie so trockener, komplizierter Computerkram? Es klingt relativ "neutral", so dass man sich nicht mal sicher sein kann, ob das nun etwas gutes oder etwas schlechtes ist. Ist vermutlich auch nicht so wichtig, oder?

Lass es mich erklären:

Das Internet ist ein cooler Ort, oder? Theoretisch kann jeder hier sein Wissen und seine Gedanken teilen und jeder könnte sie finden und lesen. Stell dir vor, du hast irgendein Thema zu dem du eine Frage oder ein Problem hast. Aber du kennst niemanden persönlich, der sich auch dafür interessiert oder dir weiter helfen kann. Das kann alles mögliche sein z.B. ob Nackkatzen Pullis tragen sollten.
Aber wenn du im Internet danach suchst, sind die Chancen, dass irgendwo auf der Welt jemand genau diese Frage oder dieses Problem schon mal hatte und dir vielleicht weiter helfen kann, gar nicht schlecht. Vielleicht gibt es irgendwo eine Person die Experte im Katzen-Pullover-Stricken ist und dir weiter helfen kann. Ist das nicht einfach fantastisch?

Die Grundlage dafür ist, dass Internetprovider (also die Firma, die dich mit deinem Internetzugang versorgt) alle Seiten im Internet gleich behandelt. Ob du Google aufrufst oder irgendeinen obskuren Blog über Strickanleitungen für Nacktkatzen. Dein Internetanbieter sollte keinen von beiden bevorzugen. Dieses Prinzip nennt man Netzneutralität.

Netzneutralität ist also eine gute Sache, da sie gewährt, dass alle Inhalte im Internet gleich behandelt werden.

Es gibt es allerdings z.B. in den USA Diskussionen, die Netzneutralität abzuschaffen. Statt einer 1GB Flatrate (die alle Seiten gleich behandelt) gibt es dann vielleicht einen Option:
1GB Flatrate, aber alle YouTube Videos werden nicht mit in dem 1GB berechnet*

Du denkst dann vielleicht erst mal: "Oh, cool da bekomme ich was umsonst, das ist ja toll! Und dann kann ich so viel YouTube gucken wie ich will, yeah!" Viele Leute freuen sich, wenn sie Dinge umsonst bekommen.

Aber denken wir mal weiter: Dieses Angebot verschafft YouTube einen Vorteil (du benutzt es mehr, weil es gratis ist) und wirkt sich dabei nachteilig für andere Videoportale aus. Wenn du nun zufällig ein Katzen-Pullover-Anleitung auf Vimeo findest, zögerst du vielleicht, weil du damit dein 1GB Volumen verbrauchst. Oder vielleicht hast du es auch schon verbraucht und Vimeo ist dann so langsam, dass du keine Lust hast zu warten.

Oder stell dir vor, es gäbe eine Option, dass du für 3€ Extra so viel Facebook wie du willst benutzen könntest*. Wer so eine Option bucht, wird natürlich versuchen so viele Informationen wie möglich auf Facebook zu finden.

So etwas könnte kleinere unabhängige Seiten schwächen. Diese hätten dann die Wahl mit weniger Nutzern überleben zu müssen oder ihre Inhalte zu Facebook zu transferieren.

Dort wären sie dann allerdings an Facebooks Regeln gebunden. Als rein fiktives Beispiel könnte Facebook festlegen, dass Nacktkatzen nicht gezeigt werden dürfen, weil sie zu viel Haut zeigen. Oder sie stellen fest, dass sich mit flauschigen Katzen besser Werbung machen lässt und dann weniger Beiträge über Nacktkatzen anzeigen. Unser fiktiver Nackkatzen-Pulli-Blog hätte nun also Pech gehabt und kann gegen Facebooks Regeln nicht viel tun.

Okay, lassen wir die Katzenpullis mal beiseite, im Grunde geht es darum, dass ohne Netzneutralität kleinere Webseiten benachteiligt würden. Egal worum sie sich drehen. Und das Internet könnte an Vielfalt verlieren, die es so hilfreich macht.

  • Alle Beispiele sind fiktiv.

P.S. Okay, wer hat tapfer nur wegen dem Katzen-Beispiel durchgehalten? Das ist für euch ;)

Foto einer Nackkatze mit blauen Augen und großen Ohren

Foto vonLinnea Sandbakk via Unsplash

Kategorien: Tech | #Netzgedanken

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