Was gibt es eigentlich für Alternativen zu Patreon?

Vor einer Weile hatte ich euch ja hier im Blog schon mal Patreon vorgestellt. Ende letzten Jahres sorgte Patreon jedoch für Aufruhr, da sie ankündigten ihre Gebühren zu erhöhen. Dies hätte zur Folge gehabt, dass besonders Personen, die viele kleine Spenden vergeben, mehr Gebühren hätten zahlen müssen. Der Ärger im Internet darüber war jedoch so groß, dass Patreon einige Tage später wieder zurück ruderte und die Änderungen der Gebühren doch nicht ausrollen will.

Wegen dieser Geschichte war ich nun neugierig, was es denn eigentlich an Alternativen zu Patreon gibt. Generell finde ich die Idee gut “Creators” mit einem kleinen Betrag unterstützen zu können (Irgendwie gibt es kein gutes deutsches Wort für “Creators”, “Inhalte-Ersteller” klingt doof, ich nennen die Leute der Einfachheit jetzt mal “Kreative”) Eine derartige optionale Unterstützung ist mir auf jeden Fall sympathischer, als mit Werbung überfüllte Websites. Daher begrüße ich es auch, dass es tatsächlich einige Alternativen zu Patreon gibt, denn Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft.

Außerdem überlege ich selbst, ob ich so etwas mal für Grüne Würfel starte. Rein optional, und mal gucke ob es funktionieren würde. Vielleicht starte ich demnächst mal einen Testballon…

Crowdfunding Alternativen zu Patreon
Foto von Fabian Blank auf Unsplash

Hier sind nun einige andere Anbieter, die ich gefunden habe:

  • Steady kommt aus Deutschland, daher kann man in € bezahlen und zwar mit PayPal, Kreditkarte oder per Lastschrift. Es ist für regelmäßige Zahlungen gedacht. Und es ist für Anbieter möglich, Ziele anzulegen und Updates an die Unterstützer zu schicken. Steady behält 10% Gebühren, dazu kommen Zahlungskosten und evtl. Steuern. Steady bietet außerdem WordPress Plugins für eine Paywall und eine Adblock-Blocker da (da bin ich ja persönlich nicht so ein Fan von).
  • Tipeee hat seinen Sitz in Frankreich, die Seite ist aber in verschiedenen Sprachen, auch Deutsch, verfügbar. Auch hier kann man in € bezahlen und auch mit PayPal, Kreditkarte oder per Lastschrift. Es sind einmalige Zahlungen oder regelmäßige (pro Monat oder pro erstelltem Inhalt) möglich. Tipeee behält 8% Gebühren, dazu kommen Zahlungskosten und evtl. Steuern. Wie bei Patreon gibt es die Möglichkeit Belohnungen für die Unterstützer anzulegen, je nachdem wie viel Geld sie geben.
  • Drip ist ein Ableger von Kickstarter und ist für Kreative aktuell nur auf Einladung verfügbar. Es ist für regelmäßige Zahlungen gedacht und erlaubt unterschiedliche Belohnungen für Unterstützer, je nach Größe der Zahlung. Aktuell scheinen nur Einzahlungen mit Kreditkarte möglich. Gebühren variieren nach Land.
  • PayPal Button – die sicherlich einfachste Methode, ohne Schnickschnack. Einfach zu bedienen, für einmalige, beliebig große Zahlungen.
  • Ko-Fi gehört zu PayPal, und ist für einmalige Spenden gedacht. Man kann sich dort eine Seite mit einer Beschreibung und einem Ziel anlegen. Die Idee ist, dass die Unterstützer dem Kreativen einen Kaffee ausgeben, dieser entspricht einer Zahlung von 3$. Wenn ich das richtig verstanden habe, kann man daher nur Spenden in 3$ Schritten vergeben. Unterstützer können auch eine kleine Nachricht dazu abgeben, die privat oder öffentlich angezeigt wird. Da Ko-Fi zu PayPal gehört, fallen anscheinend keine Gebühren an.
  • Seit kurzem gibt es auch Ko-Fi Gold: Hier bezahlt man als Kreativer 6$ im Monat und bekommt zusätzliche Funktionen bei Ko-Fi: Man kann selbst benennen was einem ausgegeben wird z.B. Kaffee, Tee, Bier und den Spendenbeitrag festlegen (also auch weniger als 3$). Auch regelmäßige Spenden werden möglich und es gibt noch ein paar weitere Vorteile. Klingt generell nicht schlecht, aber lohnt sich wohl nur, wenn man dort regelmäßig mehr als die 6$ an Kosten einnimmt.
  • Buy me a coffee – Quasi wie Ko-Fi, allerdings kann man mit PayPal oder Stripe (ist in Deutschland denke ich nicht verbreitet) bezahlen. Zahlungen wie bei Ko-Fi ebenfalls nur in 3$ Schritten. Es fallen Gebühren von 5% sowie Zahlungskosten an.
  • Liberapay ist ein gemeinnütziges Open Source Projekt. Das heißt, es fallen nur Zahlungsgebühren an, keine Gebühren an Liberapay selbst. Die Seite finanziert sich über Spenden an an ihren eigenen Account auf der Seite. Liberapay hat seinen Standort in Frankreich, die Seite ist aber in mehrere Sprachen, auch Deutsch, übersetzt. Zahlungen sind in € und $, per Kreditkarte, Lastschrift oder Überweisung möglich. Es ist für regelmäßige Spenden gedacht, wobei die kleinste mögliche Spende 1Cent pro Woche ist. Alle Spenden geschehen anonym, so dass keine Belohnungen für Unterstützer möglich sind.
  • Flattr 2.0 funktioniert komplett anders als alle anderen Anbieter: Als Unterstützer installiert man sich ein Browser Plugin, welches beobachtet, welche Seiten man besucht. Anhand dessen kann dann ein festgelegter monatlicher Betrag auf diese Seiten verteilt werden (nur grob zusammen gefasst, man dies noch anpassen). Eingezahlt werden kann nur per Kreditkarte. Flattr behält 7.5% Gebühren + Zahlungskosten. Belohnungen für Unterstützer sind nicht möglich. Flattr gehört der Eyeo GmbH, welche auch Adblock Plus herausbringt. Ich persönlich finde das beobachtende Browser Plugin nicht so toll… (Eine ältere Version von Flattr beinhaltete Buttons, die auf Websites eingebunden werden konnten)

Ich persönlich habe ein Konto bei Patreon und eins bei Liberapay, wo ich ein paar Leute unterstütze.

Was sind eure Erfahrungen mit Crowdfunding Plattformen? Benutzt ihr sie? Und wenn ja, welche? Habe ich noch welche vergessen? Wenn du selbst kreative Inhalte erstellst, würdest du dich über eine der Plattformen unterstützen lassen?

[Letztes Update: 12. Mai 2018]

2 Replies to “Was gibt es eigentlich für Alternativen zu Patreon?

  1. Ich hatte mal flattr (mit Button) ausprobiert, weil ich andere “flattrn” wollte. War aber nie wirklich groß verbreitet, weswegen das System für mich gescheitert war. Mindestbeiträge finde ich immer blöd, genau wie regelmäßige Zahlungen. Also ich persönlich finde es nicht so gut. PayPal-Button hört sich toll an! Habe es auch schon genutzt, Systeme, die ohne weitere Anmeldung funktionieren sind mMn sehr geeignet und PayPal dürften viele nutzen.

    1. Ja, das alte flattr habe ich auch kurz ausprobiert, aber so richtig durchgesetzt hat sich das nicht. PayPal hat definitiv den Vorteil, dass viele Leute das schon haben und sich nicht noch irgendwo anmelden müssen. Mindestbeträge finde ich auch nicht so toll. Regelmäßige Zahlungen finde ich okay, da es manche Leute gibt, die über soetwas einen Teil des Lebensunterhaltes verdienen und es für die dann besser planbar wird, wenn Zahlungen regelmäßig statt finden. Ich kann aber auch die andere Seite verstehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.